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Photo from Democracy Camp

Junge Menschen mögen KI vielleicht nicht so sehr, wie du denkst…

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Ist Ihnen aufgefallen, dass sich die Generation Z weltweit zunehmend gegen künstliche Intelligenz (KI) wendet? Sie schaudert nicht nur beim Anblick der gelben Farbtöne und seltsamen Proportionen auf den Bildern, sondern bringt ihre Abneigung dagegen auch sehr deutlich zum Ausdruck. 

Auch wenn oft fälschlicherweise angenommen wird, dass ständiges Online-Sein gleichbedeutend mit der Befürwortung aller technologischen Entwicklungen ist, ziehen viele Menschen bei der KI eine Grenze. Es ist fast schon paradox, dass gerade eine der technikaffinsten Generationen so lautstark dagegen protestiert. Warum ist das so?

Das ist uns bei allen Jugendaustauschen aufgefallen, an denen wir im Rahmen des Jugendprogramms von Democracy International teilgenommen haben. Nehmen wir zum Beispiel den Demokratie-Camp in Deutschland als unser jüngstes Beispiel. Während des Workshops zur Europäischen Bürgerinitiative (EBI) unter der Leitung unserer Kollegin Daniela Vancic hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre eigene Initiative von Grund auf zu entwerfen – von der Wahl des Titels bis hin zur Ausarbeitung konkreter Empfehlungen an die Europäische Kommission zu einem Thema, das ihnen am Herzen liegt. Ein heiß diskutiertes Thema in dieser Diskussion waren Inhalte, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Konkret schlug eine Gruppe von Teilnehmern vor, die Gesetzgebung zur Kennzeichnung solcher Inhalte im Internet zu verbessern. Sie argumentierten, dass KI zwar in vielen Bereichen ein hilfreiches Werkzeug zur Beschleunigung der Arbeit sei, aber oft auch der Hauptverursacher für die Verbreitung von Falschinformationen sei, was der Gesellschaft langfristig schaden könne.

Zufälligerweise (oder vielleicht auch nicht ganz so zufällig) haben auch andere junge Menschen ihr Interesse daran bekundet, KI-Inhalte einzuschränken oder zu kennzeichnen, um menschliche Künstler zu unterstützen und die Kultur zu bewahren. Das haben wir beispielsweise in der Jugend verbindet Europa austausch. „Danke für die Musik“ und „KI-Transparenz: Rettet die Kultur“ sind zwei konkrete Initiativideen, die dabei zur Sprache kamen. Diese Gruppen schlugen vor, Musikinhalte mit Wasserzeichen zu versehen und von KI-Inhaltserstellern produzierte Musik zu demonetarisieren. Sie argumentierten, dass echte Künstler bei einer zu starken Marktsättigung weniger Marktanteile bei den Streaming-Anbietern erhalten würden. Da es keine Vorschriften gibt, haben KI-Unternehmen einen unfairen Vorteil gegenüber menschlichen Content-Erstellern, da sie Inhalte sehr schnell und mit minimalem bis gar keinem Aufwand erstellen können, während Menschen die manuelle Arbeit leisten müssen, das Werk von Grund auf neu zu schaffen.

Dennoch ist Kunst nicht das einzige Thema, das junge Menschen im Zusammenhang mit KI beschäftigt. Unter ihren zahlreichen Sorgen wurde das Thema Nachhaltigkeit immer wieder angesprochen – und das aus gutem Grund! Dem Bericht zufolge Umweltkosten der künstlichen Intelligenz: CO₂-Fußabdruck, Wasser- und Landnutzungs-Fußabdruck (2026) des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-INWEH) ist künstliche Intelligenz für besorgniserregende Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen verantwortlich, die die natürlichen Ressourcen des Planeten zunehmend belasten. Insbesondere verbraucht sie zudem beträchtliche Mengen an Wasser.

Abgesehen von den moralischen Überlegungen zum Schutz der Künstler und der Umwelt gibt es auch einen persönlichen Aspekt. Es ist mittlerweile bekannt, dass künstliche Intelligenz die kognitiven Fähigkeiten von Menschen beeinflusst, die sie häufig nutzen ( Kosmyna et al., 2025).

Hast du schon einmal von der „Dead-Internet-Theorie“ gehört? Einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um die Annahme, dass das Internet mittlerweile größtenteils von Bots bevölkert wird, die miteinander kommunizieren, um Traffic zu generieren und die Massen zu manipulieren. Auch wenn es sich dabei nur um eine Theorie handelt vorerst … macht jedoch deutlich, wie sich Bots unbemerkt im Internet ausbreiten können. Zum Beispiel die Thales-Bericht über schädliche Bots (2026) zeigt, dass im Jahr 2025 53 % des Internetverkehrs von automatisierten Bots verursacht wurden. 

Vielleicht mögen junge Menschen KI also gar nicht so sehr, wie man gemeinhin annimmt. Und wir finden, dass sie zu Recht Bedenken hinsichtlich all der damit verbundenen Probleme haben. Kann eine Regulierung diesen Vormarsch noch umkehren? Wenn der Einsatz von KI nicht reguliert wird, wird er weiter zunehmen – und junge Menschen sagen, dass er bereits weit genug fortgeschritten ist. Haben sie da vielleicht recht?